Corona-Update: So können wir durchhalten
Claudia Radermacher-LambertyCaritas Familienberatung
Die Hoffnung auf ein Ende dieser außergewöhnlichen Zeit ließ viele von uns im Sommer noch optimistisch gestimmt in die Zukunft blicken. Abnehmende Coronazahlen und Fortschritte in der Entwicklung von Impfstoffen ließen wieder ein stärkeres Gefühl von Kontrolle und Sicherheit zu.
Jetzt überwiegen wieder eher Hilflosigkeit, Unsicherheit und auch angesichts der neu hinzugekommenen verschiedenen Virus-Mutationen Gefühle von latenter Bedrohung. Deutlich wird die Notwendigkeit einer langfristigen Auseinandersetzung mit dieser Realität, denn auch trotz Impfstoff gibt es keine schnellen Lösungen. Wir müssen durchhalten. Das Licht am Ende des Tunnels ist zwar in Sicht, der Weg bis dahin aber noch nicht abschätzbar. Das erfordert von uns allen viel Geduld, Motivation und Kraft.
Vieles ist uns schon seit dem ersten Lockdown zur Routine geworden: Maske tragen, Abstand halten, Hygiene beachten! Die Anpassung an diese Bedingungen gelingt in vielen Familien schon und sie können bereits mit den damit verbundenen psychischen Herausforderungen besser umgehen. Aber bei vielen werden die psychischen Reserven allmählich knapp oder sind schon aufgebraucht. Vergleichbar der Besteigung eines hohen Berges mit dem Gipfelkreuz in noch weiter Ferne sinken Energie, Kondition und Antrieb mehr und mehr.
So ist nur allzu verständlich, wenn sich Eltern, Kinder und Jugendliche sehr belastet fühlen und psychische Auffälligkeiten entwickeln. Dies alles sind normale psychische Reaktionen auf diese außergewöhnliche Lebenssituation, die uns seit einem Jahr im Griff hat.
So schwer die Bedingungen zurzeit auch sind, sind wir ihnen nicht völlig ausgeliefert, sondern können auch selbst aktiv etwas tun.
